Bis zu 35 % mehr für Kanal und rund 12 % mehr für Wasser – wir haben uns für Euch gewehrt!
Die Gemeinderatssitzung vom 14. Oktober 2026 brachte eine Entscheidung, die viele Behamberger Haushalte künftig deutlich zu spüren bekommen werden. Mit den Stimmen der Bürgermeisterpartei wurden erhebliche Erhöhungen der Wasser- und Kanalgebühren beschlossen. Besonders deutlich fällt die Erhöhung bei der laufenden Kanalbenützungsgebühr mit 35 % aus. Beim Wasser steigen die Gebühren um rund 12 %.
Für uns als FPÖ Behamberg war von Anfang an klar: Einer derart hohen zusätzlichen finanziellen Belastung unserer Bevölkerung können und wollen wir nicht zustimmen!
Was wurde tatsächlich beschlossen?
Ab 1. Jänner 2027 gelten in Behamberg folgende neue Gebührensätze:
KANALGEBÜHREN
Kanalbenützungsgebühr pro m² Berechnungsfläche und Jahr:
Bisher 1,80 € – Neu 2,43 €
Das entspricht einer Erhöhung um 35 %!
Kanaleinmündungsabgabe (Einheitssatz):
Bisher 11,80 € – Neu 14,75 €
Das entspricht einer Erhöhung um 25 %.
WASSERGEBÜHREN
Wasserbezugsgebühr pro m³:
Bisher 2,15 € – Neu 2,40 €
Das entspricht einer Erhöhung um 11,63 %.
Wasseranschlussabgabe (Einheitssatz):
Bisher 11,50 € – Neu 12,80 €
Das entspricht einer Erhöhung um 11,30 %.
Wasserbereitstellungsgebühr pro m³/h Verrechnungsgröße und Jahr:
Bisher 25,00 € – Neu 28,00 €
Das entspricht einer Erhöhung um 12 %.
Alle angeführten Beträge verstehen sich ohne die gesetzliche Umsatzsteuer.
Besonders schwer wiegt für uns die Erhöhung der laufenden Kanalbenützungsgebühr. Denn diese betrifft nicht nur zukünftige Bauherren, sondern auch zahlreiche bestehende Haushalte unserer Gemeinde. Während Anschlussabgaben grundsätzlich einmalig anfallen, müssen die höheren laufenden Gebühren Jahr für Jahr bezahlt werden.
Was bedeutet das für unsere Haushalte? Wir haben nachgerechnet!
Lebensmittel, Energie, Wohnen, Versicherungen und viele andere Dinge des täglichen Lebens sind in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Für zahlreiche Familien, Pensionisten und Menschen mit geringerem Einkommen stellt das bereits jetzt eine erhebliche Herausforderung dar.
Um zu verdeutlichen, was die beschlossenen Gebührenerhöhungen tatsächlich bedeuten können, haben wir die jährlichen Mehrkosten anhand von vier Haushaltsbeispielen berechnet.
BEISPIEL 1 – KLEINER HAUSHALT
100 m² Kanalberechnungsfläche und 80 m³ Wasserverbrauch im Jahr.
Jährliche Mehrkosten: 101,20 Euro!
BEISPIEL 2 – EINFAMILIENHAUS
160 m² Kanalberechnungsfläche und 120 m³ Wasserverbrauch im Jahr.
Jährliche Mehrkosten: 153,78 Euro!
BEISPIEL 3 – GRÖSSERES EINFAMILIENHAUS
240 m² Kanalberechnungsfläche und 160 m³ Wasserverbrauch im Jahr.
Jährliche Mehrkosten: 220,22 Euro!
BEISPIEL 4 – GROSSES HAUS ODER MEHRGENERATIONENHAUS
350 m² Kanalberechnungsfläche und 200 m³ Wasserverbrauch im Jahr.
Jährliche Mehrkosten: 307,45 Euro!
Die Berechnungen berücksichtigen die Erhöhungen der laufenden Wasserbezugsgebühr, der Wasserbereitstellungsgebühr und der Kanalbenützungsgebühr inklusive 10 % Umsatzsteuer. Zugrunde gelegt wurde eine Wasserzähler-Verrechnungsgröße von 3 m³/h. Ein allfälliger Zuschlag für die gemeinsame Ableitung von Schmutz- und Niederschlagswasser ist nicht berücksichtigt. Die Kanalberechnungsfläche entspricht nicht zwingend der Wohnfläche. Die tatsächlichen Mehrkosten können daher je nach Liegenschaft abweichen.
Bei unserem zweiten Beispiel ergeben sich über einen Zeitraum von zehn Jahren bereits 1.537,80 Euro zusätzliche Kosten – vorausgesetzt, die Gebühren und Berechnungsgrundlagen bleiben während dieser Zeit unverändert.
Für manche mag das ein überschaubarer Betrag sein. Für andere ist es aber genau jenes Geld, das am Monatsende im Haushaltsbudget fehlt.
Wir dürfen bei solchen Entscheidungen nicht vergessen, dass hinter jeder Gebührenvorschreibung Menschen stehen. Familien mit Kindern, Pensionisten und junge Menschen, die sich gerade erst den Traum vom Eigenheim erfüllt haben.
Und gerade bei Wasser und Kanal handelt es sich nicht um Luxus, sondern um grundlegende Leistungen, auf die jeder Haushalt angewiesen ist.
Neue Baugebiete – wer trägt die zusätzlichen Kosten?
Behamberg wächst. Neue Wohngebiete entstehen und bestehende Siedlungen werden erweitert. Diese Entwicklung ist grundsätzlich erfreulich und bietet Menschen die Möglichkeit, in unserer Gemeinde ein Zuhause zu finden.
Allerdings sind damit auch erhebliche Investitionen in die öffentliche Infrastruktur verbunden. Dazu zählen unter anderem die Erschließungen in den Bereichen Hochwallner und Blindhof, für die auch entsprechende Wasser- und Kanalanlagen benötigt werden.
Selbstverständlich wissen auch wir, dass eine funktionierende Wasserversorgung und Kanalisation Geld kosten. Leitungen müssen gebaut, erhalten, saniert und bei Bedarf erneuert werden. Diese Notwendigkeit stellen wir keineswegs infrage.
Was wir allerdings kritisch hinterfragen, ist, in welchem Ausmaß die damit verbundenen Kosten durch höhere Gebühren von der gesamten Bevölkerung getragen werden müssen.
Aus unserer Sicht sollte bei größeren Infrastrukturvorhaben besonders darauf geachtet werden, welche Finanzierungsvarianten zur Verfügung stehen, wo Einsparungsmöglichkeiten bestehen und wie sich Investitionen langfristig auf die Gebühren auswirken.
Denn eines muss klar sein: Die Weiterentwicklung unserer Gemeinde darf nicht dazu führen, dass die Leistbarkeit des Wohnens aus dem Blickfeld gerät.
„Ein paar Bier weniger!“
Besonders nachdenklich haben uns einige Wortmeldungen von Vertretern der Bürgermeisterpartei während der Gemeinderatssitzung gemacht.
Im Zusammenhang mit der Erhöhung der Kanalgebühren wurde sinngemäß darauf verwiesen, dass sich die Bevölkerung in den vergangenen Jahren ohnehin Geld erspart hätte, weil die Gebühren auch regelmäßig an den Verbraucherpreisindex angepasst werden hätten können.
Beim Thema Wasser fiel sinngemäß sogar die Aussage, man müsse eben ein paar Bier weniger im Gasthaus trinken.
Wir sehen das grundlegend anders!
Nur weil Gebühren in der Vergangenheit nicht laufend erhöht wurden, bedeutet das aus unserer Sicht nicht, dass die nun beschlossenen Erhöhungen deshalb weniger belastend sind.
Und eine zusätzliche finanzielle Belastung mit ein paar weniger Getränken im Gasthaus zu vergleichen, wird unserer Meinung nach der Lebensrealität vieler Menschen nicht gerecht.
Für uns geht es hier nicht um die Frage, auf welchen persönlichen Luxus man verzichten könnte. Es geht um grundlegende Leistungen der öffentlichen Versorgung und um die Frage, wie viel zusätzliche Belastung für unsere Bevölkerung vertretbar ist.
Gerade bei einer Entscheidung dieser Tragweite hätten wir uns mehr Verständnis für die finanzielle Situation vieler Haushalte gewünscht.
Wir haben uns gewehrt – unabhängig von jeder Parteifarbe!
Als FPÖ Behamberg haben wir uns in der Gemeinderatssitzung klar und entschieden gegen diese Gebührenerhöhungen ausgesprochen.
Nicht, weil wir grundsätzlich gegen notwendige Investitionen sind. Und auch nicht, weil wir die finanziellen Herausforderungen unserer Gemeinde nicht verstehen.
Sondern weil wir davon überzeugt sind, dass bei politischen Entscheidungen neben einer verantwortungsvollen Haushaltsführung auch die Leistbarkeit für unsere Bürger berücksichtigt werden muss.
Dabei ist es für uns vollkommen unerheblich, welcher Partei jemand nahesteht oder welche politische Meinung er vertritt.
Wir setzen uns für alle Behamberger ein – unabhängig davon, welche Partei sie wählen!
Leider konnten wir die Erhöhungen nicht verhindern. Aufgrund der absoluten Mehrheit der Bürgermeisterpartei reichten unsere Stimmen im Gemeinderat dafür nicht aus.
Auch wenn wir mit unserer Haltung keine Mehrheit erreichen konnten, war und ist es uns wichtig, die finanziellen Auswirkungen solcher Entscheidungen offen anzusprechen.
Unsere Zusatzanträge: Mehreinnahmen sollen den jeweiligen Einrichtungen zugutekommen!
Auch wenn wir die Gebührenerhöhungen nicht verhindern konnten, war uns ein weiterer Punkt besonders wichtig: Die zusätzlichen Einnahmen sollen tatsächlich dort verwendet werden, woher sie stammen.
Deshalb haben wir bei den beiden betreffenden Tagesordnungspunkten eigene Zusatzanträge eingebracht.
Unsere Forderung war eindeutig:
Die zusätzlichen Einnahmen aus den Wassergebühren sollen ausschließlich für die Wasserversorgung verwendet werden. Die Mehreinnahmen aus den Kanalgebühren sollen ausschließlich der Kanalisation und Abwasserentsorgung zugutekommen.
Dazu zählen insbesondere der laufende Betrieb, die Erhaltung, die Sanierung, die Erneuerung und der notwendige Ausbau der jeweiligen Anlagen.
Ebenso wichtig ist uns, dass die Verwendung dieser Mittel im Gemeindehaushalt nachvollziehbar dargestellt wird.
Denn wenn die Bevölkerung höhere Gebühren für Wasser und Kanal bezahlen muss, soll auch nachvollziehbar sein, wofür diese Gelder eingesetzt werden.
Für uns ist das eine Frage der Fairness und Transparenz.
Wir werden deshalb auch in Zukunft genau darauf achten, wie sich die Gebühren entwickeln und wie die zusätzlichen Einnahmen tatsächlich verwendet werden.
Behamberg muss für alle leistbar bleiben!
Behamberg ist unsere Heimat. Ein Ort, an dem sich Familien wohlfühlen, Kinder aufwachsen und Menschen auch im Alter gut leben können sollen.
Dazu braucht es eine funktionierende Infrastruktur, eine sichere Versorgung und eine verantwortungsvolle Finanzpolitik. Genauso wichtig ist aber, dass sich die Menschen das Leben in ihrer eigenen Gemeinde weiterhin leisten können.
Denn Lebensqualität lässt sich nicht ausschließlich an neuen Straßen, Baugebieten oder Investitionssummen messen. Sie zeigt sich auch daran, ob Familien ihre laufenden Kosten bewältigen können und ob junge Menschen eine finanzielle Perspektive in ihrer Heimatgemeinde haben.
Wir werden deshalb auch weiterhin genau hinterfragen, wo öffentliche Gelder eingesetzt werden, welche Investitionen notwendig sind und ob zusätzliche Belastungen für unsere Bevölkerung tatsächlich unumgänglich sind.
Unser Ziel bleibt eine Gemeinde, die sich verantwortungsvoll weiterentwickelt und dabei die Menschen nicht aus den Augen verliert.
Dafür werden wir uns auch in Zukunft mit ganzer Kraft einsetzen.
Euer TEAM FPÖ Behamberg
Gemeinsam – Besser für Behamberg!